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Posted by on Jun 24, 2013 in kekse | 3 comments

Vanille Kekse

 
 
Vanillekekse
 
 
Was passiert, wenn sich ein Minimalist und ein Perfektionist beim Kekse backen treffen?
Das das tönt zwar wie der Beginn von einem Witz, ist aber purer Ernst. Denn so geht es mir jedes Mal, wenn ich meinen Backofen anstelle.
Ich mag ja alles einfache, simple, minimalistische und gleichzeitig bin ich eine pedante Perfektionistin. Kann das gut gehen? 
Ja. Denn ich suche doch immer nach dem Weg mit möglichst wenig Aufwand ein ideales (oder perfektes) Ergebnis zu bekommen. Etwas wissenschaftlicher hat das Signore Vilfredo Pareto ausgedrückt mit dem 80 / 20 Prinzip:
 Demnach  werden 80 % der Ergebnisse in 20 % der Gesamtzeit eines Projekts erreicht. Die verbleibenden 20 % der Ergebnisse benötigen 80 % der Gesamtzeit und verursachen die meiste Arbeit! Was ein kluger Kopf…
Auf meine Kekse bezogen bedeutet das: in 20 % der Zeit sind meine Kekes zu 80 % fertig. Stimmt, denn um denTeig zu machen braucht es nur 2, 3 Minuten. Die Dinger aber exakt auszustechen, möglichst unbeschädigt aufs Blech zu transferieren… ihr erkennt den Zeitfresser. Anders gesagt, diese läppischen 20 % – auch bekannt unter dem Namen Perfektion brauchen ordentlich Ressourcen und sind darum nicht wirtschaftlich. Eine recht erfrischende Ansicht in einer von Perfektion geprägten Gesellschaft.
Und doch machen diese 20 %, die Details und Finessen einen Unterschied. Manchmal ist Perfektion einfach wunderbar – und gleichermassen nötig. Nur als Gedankenexperiment: Der Chirurge, der mit 80% zufrieden ist… die SBB, die „nur“ zu 80% den Fahrplan einhält… die Pasta, die nur zu 80% al dente ist  – das gäbe ein unglaubliches Chaos!
 Aber zurück zu meinen glutenfreien Keksen.
 Eigentlich ist das ja eine einfache Sache. Teig machen, ausstechen, backen. Habe der Hacken sitzt im Detail. Der Teig ist relativ weich und brüchig und schöne Kekse auszustechen ist einfacher gesagt, als getan. Und nachdem das Brotrezept „Step by Step“ so grossen Anklang findet, kommt hier das Gleiche für die Kekse.
Einmal für die Minimalisten, einmal für die Perfektionisten…

 

glutenfreie Vanille Kekse / Basisrezept zum Ableiten

50 g Butter (zimmerwarm)
1 Ei (zimmerwarm)
40 g Vollrohrzucker
1 Prise Salz
150 g Vollreismehl*
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Vanillepulver

 

1 Butter und Zucker in eine Schüssel geben und mit einem Handmixer zusammen aufschlagen bis sich der Zucker aufgelöst hat.
2 Ei und Salz dazugeben und das Ganze zu einer homogenen, hellen Masse weiter aufschlagen.
3 Reismehl, Backpulver und Vanillesamen gut untermischen. Der Teig soll eher weich sein [a]. Beim Abkühlen quellt das Mehl etwas auf und die Butter wird wieder fest und dann lässt sich alles gut weiterverarbeiten.

4 Teig zusammenfügen, auf ein Backpapier geben [b], flach drücken [c] und zugdeckt eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen [d].

 

Teig Guetsli SbS1
5 Den Teig danach mit einem zweiten Backpapier belegen, 3 mm dick auswallen [e & f] und beliebige Formen ausstechen [g]. Mit einer kleinen Palette [h] auf ein, mit Backpapier belegtes, Blech legen. Zum Ausstechen muss der Teig eiskalt sein. Am besten daher in zwei Portionen ausstechen und wenn nötig den Teig auch kurz in den Tiefkühler legen. So gibts dann schöne Formen…Teig Guetsli SbS 2


6 Bei 180 ca. in der Ofenmitte 10 bis 15 Minuten backen, bis die Ränder braun sind. Danach auf einem Gitter auskühlen lassen.

Soweit die Variante für die Perfektionisten.
 
 
Und hier die etwas einfache Art, nennen wir sie die glutenfreie-Pareto-Keks-Traktik:
Wenn der Teig aus dem Kühlschrank kommt, dann rollt ihr ihn nicht aus sondern formt von Hand gleichgrosse Kugeln. Diese auf ein, mit Backpapier belegtes, Blech legen und anschliessend mit einem Teelöffel (oder Esslöffel ja nach Grösse) flach drücken und wie oben beschrieben backen.

 

Teig Guetsli SbS3

 

*Statt Reismehl eignet sich jedes andere glutenfreie Getreidemehl wie Hirse-, Buchweizen- oder Quinoamehl. Hirse und Reis sind eher neutrale Mehlsorten, Buchweizen und Quinoa bringen einen charakteristischen Eigengeschmack mit.
Die Mehlmenge ist abhängig von der Getreidesorte deren Quellfähigkeit. 150 g braucht es in jedem Fall und dann verlässt ihr euch aufs Gefühl und gibt soviel Mehl dazu, bis der Teig gut zusammenzufügen, aber noch weich ist.  Maximal 200 g glutenfreies Getreidemehl reichen in der Regel aus…
Und anstelle von Vanille macht sich Zitronenschale, Lebkuchengewürz oder 20 g Kakopulver ganz gut. Wer mag kann die Kekse mit einer einfachen Puderzuckerglasur oder geschmolzener Schokolade verziehren…

 

Vanilleguetsli3
 
 

3 Comments

  1. Hallo,
    bevor ich die Zutaten verschwende, weil die Sache evtl nichts wird, kann ich den Teig auch für Kuchen als Mürbeteigboden verwenden?
    Vielen für Ihren gesamten Blog und freundliche Grüße:
    Katalin

    • Liebe Katalin,

      ja das geht bestens. Hier eine Idee dazu. Oder ein anderes Mürbeteigrezept findest Du hier.

      Viel Freude beim Backen und gutes Gelingen!

  2. Hallo Diana,
    die Kekse sind sehr lecker gewesen! Jetzt möchte ich sie gern vegan machen. Hast Du eine Idee, wodurch ich das Ei ersetzen kann? Eventuell Johannisbrotkernmehl oder kann ich es einfach ganz weglassen?

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