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Posted by on Aug 19, 2013 in schnelle gerichte | 1 comment

Vollreis kochen

 
 
Reis

„Eine Mahlzeit ohne Reis ist keine Mahlzeit…“

 
Das sagen jedenfalls die Japaner. Und ich glaube sie haben Recht. In meinem Kühlschrank steht jedenfalls meistens eine Schüssel mit gekochtem Reis. Resten, so für den Fall, für den Freitag Abend, an dem ich irgendwie nicht mehr kochen mag, für den Hunger zwischendurch oder einfach damit sich die Confitüre nicht so alleine fühlt. Die arme steht da nämlich schon ewig… Aber jetzt schweife ich ab. Worüber ich eigentlich schreiben will, ist dieses „einmal kochen und dreimal essen“, oder wie meine Grossmutter es nennt: Restenküche. Ich mag Resten. Resten machen mich kreativ. Resten sind sinnvoll, in vielerlei Hinsicht: ökologisch, ökonomisch und ebenso kulinarisch…
Aus ökologischer Sicht spart man klar Ressourcen (Strom, Gas), wenn grössere Mengen auf einmal gekocht werden. Spricht es ist egal ob man 100 Gramm Reis oder 2 Kilo Reis kocht, der Aufwand ist nahezu der Selbe (wurde von der internen Mathematikabteilung nachgerechnet – Danke!). Einen relevanten Einfluss auf die benötigte Energiemenge hat aber die verwendete Pfanne: Der Dampfkochtopf braucht auf Grund der deutlich kürzeren Kochzeit (2/3 weniger !) auch viel weniger Energie. Und da ich meistens Vollreis verwende, der in der einer normalen Pfanne eeewig braucht, koche ich ihn im Dampfkochtopf in 10 Minuten. Es lohnt sich also grundsätzlich bewusst mehr zu kochen, und dann aufzuwärmen, denn viele Dinge lassen sich im Kühlschrank gut abgedeckt problemlos 3 bis 5 Tage aufbewahren, im Tiefkühler 3 Monate. Auch Reis.
Ein anderer spannender Gedanke: kocht man dreimal pro Woche Pasta, oder Reis oder Kartoffeln, muss man auch dreimal die Pfanne abwaschen, den Deckel, das Abtropfsieb – ihr seht worauf ich hinaus will. Nicht zu vergessen das Abwaschmittel, das Aufheizen des Wassers…  alles benötigt Energie, kostet Geld und braucht Zeit. Und gerade der letzte Aspekt – Zeit – ist für unser Ernährungsverhalten zentral. „Life is hard and busy“ schreibt Richard Ehrlich in seinem Buch „The Green Kitchen“ und das letzte was wir wollen, ist es noch anstrengender und arbeitsintensiver zu machen. Darum greifen wir gerne zu Fastfood, Take-Away & Co: einfach, schnell, aber auch teuer.
Und hier wären wir bei dem finanziellen Aspekt angekommen: die doppelte Menge Reis zu kochen, in den Kühlschrank zu stellen und dann wieder aufzuwärmen, kostet ein paar wenige Rappen mehr. Reis gibt es aber auch fixfertig im orangen Päckli, vom lieben Onkel B., der kostet aber hundertmal mehr und schmeck zudem nach Plastik. Nicht zu vergessen ist die Energie, die dahinter steckt: Die Herstellung der Plastikverpackung, der Transport mit dem Lastwagen, die Plastikverpackung „entsorgen“… es tönt vielleicht pedantisch, aber wenn wir uns das mal bewusst vor Augen halten, anders einkaufen und kochen, können wir wirklich etwas dazu beitragen, dass unsere Erde grün bleibt und grüner wird.
So und spätestens jetzt wird der kulinarische-hedonistische Teil in uns laut und schreit: „Aber ich esse doch nicht drei Tage nacheinander Reis! Gehts noch? Und überhaupt…“ Berechtigter Einwand. Einmal kochen und dreimal essen heisst ja nicht, dass es an drei Tagen infolge das identische Gericht geben muss. Hier hat ja die Kreativität auch noch ein Wort mit zu reden: Aus einfachen Grundzutaten – wie beispielsweise Reis, Kartoffeln, Kichererbsen, Pasta und so weiter – lässt sich unglaublich viel zaubern. Ein bisschen Gemüse dazu, irgendein Proteinlieferant et voilà fertig ist eine ausgewogene Mahlzeit. Einfach, schnell, nachhaltig, glutenfrei und gesund.
 
einmal_kochen
 
Zum Beispiel ein Reissalat, Reis-Tofu-Burger oder ein Linsenrisotto… alles gemacht mit den Resten von gekochtem Vollreis. Und da sagt noch einer Resten-Küche sei langweilig.
 

Grundrezept für Vollreis (3 Portionen für 1 Person)

200 g Vollreis
3 bis 4 dl Wasser (mind. 1.5 fache Wassermenge, ist abhängig von der Reissorte)
Salz

 

1 Reis in ein feines Sieb geben und unter fliessendem Wasser gründlich waschen.
2 Wasser und Salz in eine Pfanne (hier ist der Dampfkochtopf, mein Utensil der Wahl) geben, Reis dazu, Deckel drauf und zusammen aufkochen.
3 Im Dampfkochtopf: Aufkochen bis sich der Druck aufgebaut hat, Herdplatte ausschalten und den Topf unter Druck 10 Minuten auf der Platte stehen lassen. Dampf ablassen, restliches Wasser abgiessen und der Reis ggf. in der heissen Pfanne und mit Deckel noch ein paar Minuten nachquellen lassen. Fertig ist der Reis.
Im „normalen“ Topf: Aufkochen und für 20 Minuten leicht köcheln lassen, danach den Reis für 40 Minuten quellen lassen (was heisst; Deckel nicht öffnen!). Ebenso das restliche Wasser abgiessen. Fertig.

Wer den Reis aufheben will, spült ihn gleich nach dem Kochen mit kaltem Wasser ab und lässt ihn gut abtropfen (beides im Salatsieb). Ist der Reis zu feucht, hält er sich weniger lange. In einem Glas oder Porzellanbehälter, luftdicht verschlossen im Kühlschrank aufheben.

 

Ach ja, und natürlich geht das alles auch mit weissem Reis.
Ich bevorzuge Vollreis aber aus drei (guten) Gründen: toller, nussiger Geschmack (weisser Reis finde ich langweilig), viel mehr wertvolle Inhaltsstoffe (also Vitamine & Mineralstoffe, Nahrungsfasern) und oft stammt Vollreis aus biologischer und fairer Produktion! Also gut und gesund – für mich, für Dich und unsere Umwelt!
 

1 Comment

  1. Toller Artikel. Gute Idee, da ich oft auch Essen mitnehme. Toll geschrieben, wie immer! :)

    Grüsse, Jay

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