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Posted by on Okt 31, 2013 in schnelle gerichte | 0 comments

Pfannkuchen

 
 
Pfannkuchen1
 
 
Morgen – morgen mache ich sie dann… Heute habe ich keine Zeit mehr…!
Ein Blick auf die Uhr; es ist 17 Uhr, 3 Minuten.
Zeit ist ein spannendes Phänomen. Da gibt es die Arbeitszeit und die Freizeit, Jahreszeiten, die Hochzeit, die Auszeit, eine Fastenzeit, Teilzeit und Wartezeit… oder eben „keine Zeit“.
Ich ertappe mich aber gerade häufig dabei, wie ich irgendwie das Gefühl habe „zu wenig“ Zeit zu haben. Tage vergehen wie im Fluge und 24 Stunden scheinen zu kurz für all meine Ideen. Manchmal hätte ich gerade gerne mehr Zeit. Viel mehr Zeit. Doch kann man Zeit überhaupt haben? Manchmal Zeit gewinnen? Oder sie auch verlieren? Ist Zeit etwa ein Ding?
In einem meiner klugen Bücher steht was spannendes dazu: Man soll in der Aussage „ich habe keine Zeit“ einmal das Wörtchen „Zeit“ mit dem Wort „Leben“ ersetzen. Etwa; „ich habe kein Leben“…
Da ändert sich die Wahrnehmung doch augenblicklich und es wird deutlich, dass wir Zeit nicht haben, sondern wir leben – metaphorisch ausgedrückt – eher in oder mit der Zeit. Zeit ist also untrennbarer Teil unserer Existenz. Zeit ist Leben.
Gut, der Punkt geht an die Philosophie. Oder um es ist den Worten Senecas zu formulieren: „Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ Ha! Zwei zu Null.
Nun, so auf mich selbst zurückgeworfen, blieb mir ja gar nichts anderes übrig als demütig und schnurstracks nach Hause zu gehen, um endlich das Pfannkuchenrezept auszuprobieren. Eigentlich ja keine Hexerei, so ein paar Pfannkuchen. Der Teig ist schnell gemacht, aber die Dinger dann auszubacken ist doch eher „high maintenance“, oder eben zeitintensiv. Aber zurück zum Teig, auch der braucht Zeit. Mindestens eine Stunde, besser zwei. Denn so quellt einerseits die enthaltene Stärke im Teig auf – der Pfannkuchenteig bindet – und zum anderen wird das im Vollkorngetreide enthaltene Phytat durch die ebenfalls im Korn enthaltenen Enzyme abgebaut. Phytat (oft auch als Phytinsäure bezeichnet) gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen und dient dem Korn als Speicher für Mineralstoffe. Die Fähigkeit zur diesen sogenannten „Komplexbildung“ mit Mineralstoffen aber auch mit Eiweiss führt dann in unserem Darm dazu, dass diese beiden Nährstoffe von unseren Dünndarmzellen nicht wirklich aufgenommen werden können und ungenutzt im Verdauungstrakt verbleiben. Ein Verlustgeschäft.
Weiterer Nachteil der Phytinsäure ist deren hemmender Effekt auf Verdauungsenzyme, welche für die Eiweiss- und Fettverdauung notwendig sind. Kurzum unser Bauch hat wenig Freude an Phytat…
Jedenfalls habe ich die Wartezeit neu für mich entdeckt: während ich auf den Pfannkuchenteig „wartete“, erledigten sich meine vielen kleinen to-do’s quasi von selbst. Irgendwie fühlte es sich an wie geschenkte Zeit: ich war zwar „am kochen“, konnte aber gerade „nichts tun“ und da war plötzlich Raum für anderes. E-Banking, längst fällige Protokolle schreiben, Kompost wegbringen, Socken zusammenlegen -ihr wisst was ich meine…
Ähnlich geht es mir manchmal wenn ich den Bus verpasse. Im ersten Moment nerve ich mich über die 9 Minuten ewiges Warten, doch gerade in dieser „Leerzeit“ überfällt mich immer wieder die Inspiration. So aus dem Hinterhalt kommt sie angeschlichen während ich mir die Beine in den Bauch stehe. Die spannendsten Gedanken habe ich oft beim Warten. Und manchmal kann dann selbst ein schnöder Pfannkuchenteig zu einem philosophischen Moment werden.
 
 

Pfannkuchen
(6 Stk.)

100 g Vollreismehl
2 Eier
1/2 TL Salz
1 dl Milch (nach Wahl)

1 Mehl in eine Schüssel geben, Eier aufschlagen und direkt zum Mehl geben, Salz ebenso dazugeben. Mit einem Schwingbesen zu einem glatten Teig verrühren.
2 Langsam die Milch dazu giessen und dabei weiter rühren – der Trick schlechthin um Klümpchen zu verhindern.
3 Teig zudecken und bei Raumtemperatur 1 oder 2 Stunden ruhen lassen. Die ideale Konsistenz hat der Teig wenn er einen Metalllöffel deckend überzieht und so dickflüssig wie Rahm ist.

 

Pfannkucheteig
 
4 In einer Pfanne wenig Olivenöl erhitzen und dünne Pfannkuchen ausbacken. Wobei sich bei der Dicke der Pfannkuchen ja die Geister scheiden. Ich mag sie dünn…
5 Nach Belieben füllen. Zum Beispiel mit Kürbisragout und frischen Birnen.

 
 
Pfannkuchen2
 
 

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