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Posted by on Nov 11, 2013 in brot & brötchen | 17 comments

Marronibrot

 
marronibrot
 

Man nehme eine REM-Phase, grosszügig Marroni-Pürée und der Rest wie immer.
Fertig ist das beste glutenfreie Brot ever! So einfach. Und nun viel Spass beim Backen!

Gut, so knapp speise ich euch schon nicht ab. Aber Verwirrung hebt ja bekanntlich das Interesse und darum kommt hier nun die ganze Geschichte:
Dieses Brot ist ein Traum.
Und das meine ich jetzt mal nicht im übertragenen Sinne. Vergangene Woche träume ich, dass mein Freund mit diesem Brotrezept und der Bitte, ihm beim Backen zu helfen, bei mir ankam. Warum auch nicht. Ich schaue mir also im Traum sein Rezept ganz genau an und denke mir: „Spannend, das könnte ich doch auch im „Real Life“ mal ausprobieren.“ Der Rest des Traumes verbringen wir mit Teigkneten (er) und Chaos beseitigen (ich) und dabei erwache ich dann…
An das Rezept konnte ich mich klar erinnern, habe alles schnell aufgeschrieben und noch am gleichen Morgen ausprobiert. Wer sich jetzt in Traumdeutung üben will, tue sich keinen Zwang an, ich würde aber eher dazu raten das Rezept schleunigst nachzubacken!
Und ja, es mag im ersten Moment schon etwas seltsam anmuten Marroni-Pürée für ein Brot zu verwenden. Meine interne Anti-Verrückheit-Aufsichtsbehörde hätte den Gedanken im wachen Zustand wohl sofort im Keime erstickt – aber zum Glück können wir ja noch träumen…
Zurück zum Marroni-Pürée; es sorgt für eine wundervolle Konsistenz, einen einmaligen Geschmack und kostet im Vergleich zu Marronimehl deutlich weniger.
Ich sag’s ja; ein Traum!
 

Marronibrot mit Gewürzen und Feigen

125 g Vollreismehl
125 g Buchweizenmehl
4 g Trockenhefe oder 20 g frische Hefe
250 g Marroni-Pürée (gibt es aus dem Tiefkühler, einfach auftauen lassen!)
3 TL Johannisbrotkernmehl
2 dl Wasser (handwarm)
1 TL Salz
1 TL Brotgewürz

1 Beide Mehlsorten in eine Schüssel geben und eine Mulde formen.
2 Hefe in die Mulde geben und mit 1/2 dl lauwarmem Wasser zu einem Vorteig verrühren. Das Ganze 15 Minuten gehen lassen.
3 Marroni-Pürée mit den Händen zerkrümeln und zum Mehl geben. Johannisbrotkernmehl, Salz und das Brotgewürz ebenfalls dazu geben. Die restlichen 1.5 dl Wasser beifügen und alles zu einem homogenen Teig verkneten. Das geht ganz gut mit den Händen.
4 Aus dem Teig eine Kugel formen, Teig zurück in die Schüssel geben, abdecken und an einen warmen Ort stellen.
5 Ca. eine Stunde aufgehen lassen.
6 Das Brot nach dem Aufgehen nicht mehr kneten. Teig vorsichtig vom Schüsselrand lösen und aus der Schüssel dirket auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Wer mag, kann es mit etwas Reismehl bemehlen.
7 Im vorgeheizten Ofen bei 250 °C ca. 30 bis 40 Minuten backen. Behaltet es im Auge., damit es nicht verbrennt. Und dann auf einem Gitter auskühlen lassen.

Und wer mag, mischt unter den Teig noch 50 g getrocknete Feigen. Einfach klein schneiden und bei Schritt 3 mit dazu geben.

Passt wunderbar zu rezentem Käse oder einfach nur mit Butter drauf… ich bin im Himmel.
 

marronibrot2
 

17 Comments

  1. Sieht toll aus…johannisbrotkernmehl…okay…hab ich jetzt nicht im Haus???kann man da auch was anderes nehmen?
    LG
    Nicole

    • Liebe Nicole,

      Du kannst Johannisbrotkernmehl durch ein anderes Bindemittel ersetzen. Hast Du gemahlene Flohsamenschalen, Xanthan, Guarkernmehl oder Pfeilwurzstärke daheim? Oder könntest Du es besorgen? Lohnt sich echt so was anzuschaffen :)

      Liebe Grüsse

      Diana

  2. Das schaut sehr gut aus, danke für das Rezept! Jetzt muss ich nur noch eine Quelle für Marroni-Pürée finden, das gibt es hier in Deutschland leider nicht im Supermarkt…oder hast Du eine gute Idee, wie sich das Pürée durch Kastanienmehl ersetzen ließe?
    Vielen Dank für Deine immer wieder leckeren Ideen!

    Liebst,
    Sabine

    • Liebe Sabine,

      in Deutschland findest du Kastanienpüree oder Maronenpüree oft in Bioqualität und darum am ehesten noch im Naturkostladen… unter den Suchbegriffen „Kastanienpüree“ und „Bio“ hat mir „Onkel Google“ da auch ein paar Anbieter aus Deutschland angezeigt… also einfach mal suchen. In der Schweiz bekommst Du es im Herbst wirklich überall… ach ja: oft enthält es bei uns 25% Zucker – ist also süss. Die Produkte, die ich bei meiner kleiner Recherche gefunden habe, waren immer ungesüsst. Das geht aber trotzdem :)
      Ich hoffe Du wirst fündig. Kastanienmehl würde ich in diesem Rezept nicht empfehlen, da es sich wirklich anders verhält wie das Marroni-Pürée.

      Ganz liebe Grüsse

      Diana

  3. Hallo Diana,

    ich surfe schon länger auf der Suche nach guten Rezepten ohne Spezialprodukt/Fertigmehlmischungen. Sieht super aus bei Dir! Ich möchte das Marronibrot versuchen. Verstehe ich es richtig, dass der Vorteig kein zusätzlicher Zucker braucht, da das Püree bereits Zucker enthält? Dann habe ich hier Carobpulver, das dunkle. Kann ich das verwenden als Bindemittel? Oder lieber zu den Flohsamen greifen? Etwas viele Fragen, ich weiss 😉

    Danke für deine Hilfe
    Caroline

    • Liebe Caroline,

      schön, dass Du schön seit längerem bei mir rumstöberst! Und viele Fragen sind immer gut, also:
      Das mit dem Vorteig kannst Du so handhaben (ohne Zucker). Die Hefepilze brauchen Zucker um sich zu vermehren und den kann man bereits beim Vorteig dazu geben (dann geht es etwas „schneller“) oder er wird sonst quasi natürlich beim enzymatischen Abbau der Sträke frei während dem der Teig geht. Ist also eine Frage der Zeit und hat auf Geschmack oder der Konsistenz keinerlei Einfluss.
      Nun noch zum Bindemittel. Carob ist zwar ein Bindemittel, bindet aber weniger gut wie das Johannisbrotkernmehl. Kurz zum Hintergrund; Carob ist die ganze Frucht des Johannisbrotbaumes oder auch Carobbaumes, die mitsamt den Samen vermahlen wird. Johannisbrotkernmehl sind dann nur noch die Kerne der Frucht und dort stecken die quellfähigen Schleimstoffe drin. Die Samen sind also effektiver (und geschmacksneutraler als das Carobpulver)! Und Du kannst natürlich auch gemahlene Flohsamenschalen verwenden – sie sind der Rolls Royce unter den Bindemitteln, da sie nicht nur quellen sondern auch ein gutes „Gerüst“ bilden – das Brot läuft nicht so in die Breite!

      Ich hoffe das Marronibrot gelingt! Liebe Grüsse

      Diana

      • Hallo,
        Danke für die schnelle Antwort.

        Jetzt geht mir auch ein Licht auf bez. des Johansibrotmehl/kernmehl 😉
        Das Marronibrot ist nicht schlecht gelungen, etwas zu süess. Hatte vorsichtshalber etwas Zucker zum Vorteig gegeben, zusammen mit dem Carob und dem Püree war es dann doch etwas zu viel des Guten. Da ich auch zusätzlich wenig Flohsamenschalen zugefügt habe, ist das Brot zwar nicht zu sehr fladenartig geworden. Etwas flach war es aber schon.
        Kaufst du ganze Flohsamenschalen, die du selber mahlst oder die , die bereits gemahlen sind? Ich benutze die Ganzen und mahle sie in der Kaffemühle. Nur habe ich das Gefühl, dass ich sie nicht ganz fein bringe…?
        Wo kaufst du in der Schweiz das Johanisbrotkernmehl, bzw. welche Marke?

        Ach so, ich starte natürlich gleich einen neuen Versuch. Den wenn auch zu süss und zu flach; das gelungene Ergebnis war zu greifen nah 😉

        Liebe Grüsse
        caroline

        • Na, dann bist Du ja bestens gerüstet für den zweiten Versuch! :)
          Bindemittel sind schon eine Welt für sich!
          Ich kaufe in der Schweiz meist die gemahlenen FlohsamenSCHALEN (ist wie beim Carob/ Johannisbrotkernmehl: die Schalen haben den stärkeren Effekt) von Pasta Avanti. Die von Finax sind aber auch super. Gemahlene Flohsamenschalen sind ein sehr feines, mehl-ähnliches Pulver und die ganzen Fohlsamen werden nicht so fein – habe damit auch experimentiert und bin jetzt schliesslich bei den Flohsamenschalen gelandet. Mehr dazu hier
          Das Johannisbrotkernmehl kaufe ich immer im Reformhaus von der Marke Rapunzel. Habe aber auch schon „Vegabin“ von Tartex verwendet, ist das selbe.

          Gutes Gelingen! Und liebe Grüsse

          • Vegabin habe ich mir heute besorgt und ein Brot gebacken, nach deiner Step by Step Anleitung. Ich habe Reis, Buchweizen und Amaranth genommen. Das Ergebnis ist gut, wenn auch etwas ‚teigig‘.

            Danke nochmals!

  4. Liebe Diana,
    das Rezept für das Marronibrot klingt super und ich habe mich gestern auch gleich daran versucht. Irgendetwas hatte ich allerdings falsch gemacht. Außen sah es genauso aus wie deins, doch innen war es noch dunkel und nicht richtig durchgebacken. Ich habe es heute noch einmal versucht. Ich dachte, dass es vielleicht an der hohen Temperatur von 250°C liegen könnte. Also habe ich es eine Stunde auf 190°C gebacken, aber es ist nur etwas besser geworden. Weißt du, woran das liegen könnte? Vielleicht hat es auch was mit dem Maronenpüree zu tun, was ich benutze (es ist eins aus der Dose). Freue mich sehr, wenn du mir da weiterhelfen könntest.
    LG Meli

    • Liebe Meli,

      das tönt ganz so, als wäre es zu wenig lange gebacken worden und/oder es enthielt zu viel Feuchtigkeit, sprich es war noch nicht ganz durch und teigig… Das kann sicher am Maronenpürree liegen, das vielleicht etwas mehr Flüssigkeit enthielt, wie das, welches ich benutzt habe. (In der Schweiz ist das ein Block, ähnlich wie Butter und eher trocken…)
      Du kannst also zwei Dinge versuchen:
      – weniger Flüssigkeit: weniger Wasser in den Teig. Oder etwas mehr Bindemittel (z.B. 4 TL Johannisbrotkernmehl) verwenden, das bindet Flüssigkeit sehr effektiv!
      – Temperatur anpassen und länger backen: 250°C braucht es zu Beginn der Backzeit damit die verschiedenen Backvorgänge ins Rollen kommen. Die Temperatur würde ich für mindestens 30 Minuten so lassen (damit die Flüssigkeit verdampfen kann) und dann für die restliche Backzeit auf etwa 180 bis 200°C reduzieren. So bekommst Du eine schöne Kruste & Farbe, guten Geschmack, die Flüssigkeit kann verdampfen und es sollte „durch“ sein. Ach ja, das Brot ist durchgebacken, wenn es beim Klopfen auf den Boden hohl klingt.

      Ich hoffe das hilft Dir weiter! Gutes Gelingen und liebe Grüsse

      Diana

  5. Hallo Diana,
    ich habe dein Brot gebacken.
    Allerdings mit leichten Änderungen. Es ist superklasse geworden. Aussen krustig, innen flaumig. Toller Geschmack. Aber auch sehr viel dunkler als deines. Könnte an meinem Maronenpüree liegen und an meiner Abänderung. Reismehl war mir nicht so sympathisch. Das habe ich ersetzt durch Erbsenmehl.
    Und ich habe nur 190 gr. Maronenpüree hinein, weil das die Hälfte der Füllmenge meines gekauften Maronenglases ist, und ich die zweite Hälfte für den 2ten Versuch aufhebe.
    In diesem lasse ich dann das Brotgewürz weg, damit die feinen Maronen- und Erbsenaromen noch besser hervortreten.
    Danke für die Inspiration!

    Servus Tom

    • Lieber Tom,

      danke Dir für das Feedback! Schön, dass es ebenso mit anderem Mehl funktioniert… 😉

  6. Liebe Diana
    Das Rezept klingt wirklich super! Aber was genau meinst du mit „Brotgewürz“? Und wo kann man das kaufen?

    Vielen Dank für deine Antwort.

    Liebe Grüsse, Yael

    • Liebe Yael,

      Brotgewürz ist eine Gewürzmischung bestehend aus Koriander, Fenchelsamen, Kümmel und Anis. Es verleiht dem Brot einen besonderen Geschmack und hat ebenso eine positive Wirkung auf die Verdauung. Du kannst es Dir selbst mischen oder eine fertige Mischung kaufen (Reformhaus / Drogerie). Ich mag die Mischung von „Vitam“ sehr gerne…
      Das Rezept funktioniert aber auch ohne Brotgewürz…

      Ganz liebe Grüsse und viel Erfolg beim Ausprobieren!

      Diana

  7. halli hallo.. hätte da mal eine frage: habe das brot nun schon 2 mal gebacken (danke danke danke! soooo lecker!), habe bloß das problem, dass es mir persönlich zu feucht ist.. habe schon probiert weniger marronipürree zu nehmen, aber es hilft alles nichts. hast du vielleicht eine idee, woran das liegen könnte?
    vielen dank schonmal im voraus!

    • Liebe Aylin,

      ich würde primär die Wassermenge auf 1.5 oder sogar 1 dl reduzieren. Oder eine andere Variante wäre es das Brot bei weniger Hitze länger zu backen (200 Grad für 60 Minuten)… schau dir mal noch die anderen Kommentare zum Rezept an, da findest Du ein paar Erfahrungswerte dazu :)

      Ich hoffe das Brot gelingt dir beim nächsten Versuch besser!

      Ganz liebe Grüsse

      Diana

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